Also … Alles in allem lief es besser, als man gestern hätte erwarten können.
Am Anfang der Stunde kommt Kate zu mir und verkündet sie wolle sich heute gut benehmen (im Gegensatz zu gestern) und John entschuldigt sich bei mir für sein Verhalten vom Vortag!! Ich denke, dass Einsicht immerhin ein Anfang ist und bin zufrieden.
Die erste Doppelstunde – verläuft zwar unruhig, aber durchaus im Rahmen. Wir sollen die Schüler Sachrechenpuzzles machen lassen. Die Sachrechenaufgaben sind einlaminiert, die Schüler schreiben mit abwaschbaren Folienstiften. Zwischendurch müssen sie ihre Ergebnisse wieder abwischen. Dazu müssen sie zum Klo und feuchtes Klopapier holen. Bei dem Hin und Her entgeht uns, dass Mary 2 nicht zu ihrer Sprachförderung geht. Und erst als Kate uns drauf aufmerksam macht, bemerken wir, dass John unangemeldet und viel zu lang schon auf dem Klo ist. Mindestens vier Kinder rennen los (ohne zu fragen) um ihn aufzustöbern und kommen zurück mit der Meldung, John würde sich auf dem Klo „einen runterholen.“ Alles kreischt und regt sich auf. Megan meint, dass wüsste sicherlich bald die ganze Schule. John murmelt, er hätte nur kurz telefoniert. Ein echter Lacher, denn Handys zu benutzen ist natürlich nicht erlaubt, geschweige denn im Unterricht auf dem Klo! Wenn einer ein Handy benutzt, setzt es Höchststrafen: 4 Wochen Schultresor (für das Handy). Die Pause kommt wie gerufen.
Die Pause – verläuft, wie es zu erwarten war: John knallt Megan eine. Er denkt, sie habe der ganzen Schule erzählt, dass er sich auf dem Klo … Hat sie aber nicht, deshalb knallt Megan John eine.
In der zweiten Doppelstunde versuchen wir, das Drama der Pause zu klären. Vier Kinder schreien gleichzeitig auf mich und aufeinander ein. Man bekommt eigentlich keinen Fuß in die Tür, geschweige denn, dass man irgendwas aufklären kann. Bei meinem Kenntnisstand sage ich, dass John natürlich niemanden schlagen darf, dass es falsch ist, dass so etwas aber leicht mal passiert, wenn man Gerüchte verbreitet (oder androht es zu tun). Deshalb trägt Megan eine Mitschuld, außerdem hat sie ja zurückgeschlagen = Gleichstand = Konflikt gelöst. Wie geplant spielen wir mit den Kindern: Manche wollen Uno spielen, andere Steckperlen stecken, Michael will weiter Mathe machen (!) usw.
Ich gehe mit ein paar Mädchen (Nicole, Megan, Sarah) in die Küche, um ein Spiel zu spielen dass ich mitgebracht habe: Super konzentriert die drei und mit guter Laune dabei. Meine Kommilitonin hütet derweil den Rest. Es gibt wohl zwei weitere Zwischenfälle mit John, zuguterletzt lässt er seine Wut an Jack aus, den er auch verdächtigt, rumerzählt zu haben, dass … John boxt Jack mitten ins Gesicht, die Lippe blutet, Jack zittert. John entlässt sich selbst in die Pause.
Wir Praktikantinnen beratschlagen. Klar, dass muss zur Schulleiterin. Nur, Jack will das nicht, weil er befürchtet dann erst recht Ärger mit John (und seinen Kollegen) zu bekommen. Wir können Jack aber überreden und sammeln John auf dem Weg zur Schulleitung ein. Die Schulleiterin schafft, was uns nicht gelang: Sie erfährt die Story von Anfang an. John verkündete nämlich in der ersten Doppelstunde vor Jack, Mary 1 und Kate, er habe „Gefühle“ und würde sich deshalb auf dem Klo „einen runterholen.“ Die Schulleiterin findet deutliche Worte, und befindet, dass es ja wohl nur einen gibt, der an diesem Dilemma schuld ist. John wird ordentlich zusammengefaltet und nach hause geschickt, sein Handy landet im Tresor.
Die dritte Doppelstunde verbringen wir entspannt am Beckenrand im Schwimmbad. Wir führen die Aufsicht über die Nichtschwimmer, die im kleinen Becken spielen dürfen. Wir lernen auch hier etwas: Die Aufsicht stellt sich so auf, dass sie das Fenster bzw. Sonnenlicht im Rücken hat. So kann man besser unter das Wasser gucken.